Blower Door

Was bedeutet Luftdichtheit?

Von Luftdichtheit spricht man, wenn ein Baustoff oder eine Baukonstruktion weder von innen noch von außen von Luft durchströmt werden kann. Manche Baustoffe sind aufgrund ihres Materials luftdicht, z. B. Metalle und Folien, andere bedürfen hierfür zusätzlicher Maßnahmen. Eine gemauerte Wand wird zum Beispiel erst dann als luftdicht bezeichnet, wenn Sie mindestens auf einer Seite eine lückenlose Putzschicht aufweist.

Ein Steildach in Holzbauweise benötigt immer eine zusätzliche Luftdichtheitsebene, welche in der Regel mit Hilfe von Dampfbremse, Klebeband und Dichtstoff hergestellt wird. 

Die Luftdichtheit der Gebäudehülle ist eine wesentliche Voraussetzung zur Vermeidung von Heiz-Energieverlusten und Bauschäden. Wenn feuchte Raumluft im Winter in die kalte Konstruktion eindringt, kühlt sie dort nämlich derart ab, dass das in der Luft gebundene Wasser als Kondensat auf dem entsprechenden Bauteil niederschlägt. Diese Feuchte kann dann dauerhaft zu Bauschäden und sogar Pilzbefall führen.

Ein Beispiel: Ein ausgebautes Dachgeschoss mit einer ca. 120 m² großen, gedämmten Dachfläche gibt nach einer Modellrechnung an einem Wintertag (innen 20°C, außen 0°C) 120 g Wasserdampf durch Diffusion nach außen ab. Wenn sich in dieser Dachfläche durch eine unzureichende Abdichtung nur eine einziger Spalt von 1 mm Breite und 1 m Länge bildet, so wird durch diesen Spalt von der nach außen strömenden Luft eine Wassermenge von  360 g transportiert, also etwa dreimal soviel wie durch Diffusion durch die gesamte Dachfläche.

Diese Feuchte setzt dann auch noch die Dämmwirkung erheblich herab.


Luftdichtheit darf auch nicht mit Diffusionsdichtheit verwechselt werden: Ein Ölpapier ist z.B. luftdicht aber diffusionsoffen. Auch ein normaler Innenputz (Gipsputz, Kalkputz, Zementputz oder faserverstärkter Lehmputz) ist ausreichend luftdicht, jedoch diffusionsoffen.

© 2017 Baugutachten-24.de Jürgen Sitarz